Composition of alternative energies:clean energies from the nature.

Zugegeben, die Zeile klingt etwas reisserisch, aber zumindest für eine Stadt trifft die Aussage zu. Güssing war nicht gerade ein Musterbeispiel an Wirtschaftskraft mit zwei Dritteln der Bevölkerung arbeitslos. Die Gemeinde war so arm, dass sie nicht ans Stromnetz angeschlossen war und deshalb Öl verbrennen musste, das pro Jahr 8 Millionen Euro kostete. Die politisch Verantwortlichen überlegten, was man mit dem Geld alles in der Gemeinde anstellen könnte, wenn man nur diese hohen Energiekosten nicht hätte. Die Lösung lag ihnen buchstäblich zu Füßen. Denn wenn es etwas in und um Güssing gab, dann war es Biomasse. Man baute eine Biomassevergasungsanlage und produzierte 2 Megawatt Strom und 4,5 Megawatt Fernwärme. Europaweit sorgte das Projekt für Aufsehen, weil Güssing damit energieautark war. Mit dem Bau des Biomassekraftwerkes, das auch eine Forschungs- und Demonstrationsanlage ist, wurde erstmals wieder die Möglichkeit von Arbeitsplätzen im Bereich der Wissenschaft vor Ort geschaffen. Das wiederum machte Investoren neugierig, die gerne in einem von der Gemeinde geschaffenen Industriegebiet ansiedelten. Im Bereich der erneuerbaren Energie und dessen Umfeld sind seit Beginn der neunziger Jahre etwa 50 Betriebe mit rund 1.000 Arbeitsplätzen entstanden. Dies sind vor allem die verschiedenen Biomasseumwandlungsanlagen, in deren Umfeld diverse Service- und Beratungsunternehmen und der Ökoenergietourismus entstanden sind. Aus ganz Europa kommen heute Berater und Politiker nach Güssing um davon zu lernen, wie man energieautark wird.

Ganz Österreich hat das noch nicht wirklich geschafft, aber der Nachbar Deutschland zumindest zur Hälfte, wenn auch nur für einen Tag. Im Juni 2012, an einem Samstag, wurde die Hälfte des benötigten Stroms in Deutschland alleine aus Solarenergie produziert. Insgesamt waren das 20.000 MW Leistung.

Kein Grund also für Österreich, nicht auch diesen Weg zu gehen. Beispiele wie Güssing zeigen, dass es möglich ist, autark zu sein. Als Brennstoff wird übrigens Holz aus den eigenen Wäldern verwendet. Da man damit Öl ersetzt, gilt die Verwendung als CO2-neutral.